EmpCo: Warum Green Claims jetzt kritisch werden

Die Nachhaltigkeitskommunikation von Unternehmen steht vor einem Wendepunkt: Mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo) verschärft die EU die Anforderungen an nachhaltigkeitsbezogene Aussagen erheblich. So gelten ab dem 27. September 2026 neue Maßstäbe für Transparenz, Nachweisbarkeit und Glaubwürdigkeit. Aussagen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“, „grün“ oder „klimaneutral“ dürfen fortan nur noch verwendet werden, wenn sie prüfbar sind. Sprich: Unternehmen müssen genau belegen können, worauf sich ihre Aussagen stützen.

Die Richtlinie wirkt tief in Marketing, Unternehmenskommunikation, Brand Management und Vertrieb hinein und verändert die Spielregeln für kommunikative Glaubwürdigkeit. Künftig muss Nachhaltigkeitskommunikation nicht mehr nur aufmerksamkeitsstark und markenkonform sein, sondern sie muss belastbar, nachvollziehbar und dokumentierbar werden.

Praktisch jede kommunikative Berührung mit Nachhaltigkeit kann relevant werden. Besonders kritisch sind dabei:

  • allgemeine Umweltaussagen wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“
  • Klimaneutralitäts-Claims
  • Zukunftsversprechen wie „Net Zero bis 2035“
  • Siegel und Zertifizierungen
  • fehlende Transparenz zu Datengrundlagen und Methodik

EmpCo: Nachhaltigkeitskommunikation wird zum Reputations- und Haftungsthema

Mit Inkrafttreten der EmpCo-Richtlinie rechnen viele Marktbeobachter:innen mit verstärkten Kontrollen sowie einer zunehmenden Zahl an Abmahnungen durch Wettbewerber und Verbände. Die möglichen Folgen reichen von Unterlassungsklagen und Schadensersatzforderungen bis hin zu empfindlichen Reputationsschäden für Unternehmen: Kampagnen können kurzfristig gestoppt werden, Kommunikationsmaßnahmen müssen angepasst oder vollständig zurückgezogen werden.

Gerade für kommunikative Markenführung entsteht dadurch ein Spannungsfeld: Unternehmen müssen auch weiterhin über Nachhaltigkeit sprechen, ohne Risiken einzugehen. Belastbare Kommunikationsstandards sind gefragt, die regulatorische Anforderungen mit glaubwürdiger Markenführung verbinden. Dafür braucht es einen strukturierten Blick auf bestehende Aussagen, Risiken und kommunikative Potenziale.

Unternehmen müssen verstehen:

  • welche Aussagen besonders sensibel sind
  • welche Claims belegt werden können
  • wo Transparenz fehlt
  • wie Botschaften verständlicher und glaubwürdiger formuliert werden können
  • welche Prozesse künftig notwendig sind

Gleichzeitig geht es darum, kommunikative Handlungsfähigkeit zu sichern. Nachhaltigkeitskommunikation darf nicht ausschließlich aus rechtlicher Perspektive betrachtet werden. Sie bleibt ein zentraler Bestandteil von Reputation, Vertrauen und Markenprofilierung. EmpCo macht deshalb eine strategisch strukturierte und klar priorisierte Nachhaltigkeitskommunikation unverzichtbar.

Faktor 3 entwickelt EmpCo-konforme, strategische Kommunikation

So herausfordernd die neuen Anforderungen wirken: Sie bieten Unternehmen auch die Möglichkeit, ihre Nachhaltigkeitskommunikation strategisch weiterzuentwickeln. Unternehmen, die frühzeitig belastbare Standards schaffen, reduzieren nicht nur Risiken – sie stärken langfristig auch Vertrauen und Differenzierung.

Wir bei Faktor 3 begleiten Unternehmen dabei, Ihre Nachhaltigkeitskommunikation systematisch auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Unser Beratungsansatz verbindet Kommunikationsstrategie, Risikoanalyse und konkrete operative Umsetzung.

Unser Angebot:

  • EmpCo-Readiness und Risikoanalyse – wir erfassen systematisch bestehende und potenziell kritische Nachhaltigkeitsaussagen, Claims und Siegel.
  • Entwicklung einer Risiko-Skala – wir bauen einen praxistauglichen Bewertungsrahmens, der auf Branche, Kommunikationskanäle und Unternehmensrealität zugeschnitten ist.
  • Strategische Nachhaltigkeitsbotschaften – wir entwickeln klare, glaubwürdige und EmpCo-konforme Kernbotschaften, die auch langfristig tragfähig bleiben.
  • Pilotierung und Anpassung von Kommunikationsmitteln – wir übertragen die entwickelten Standards auf reale Materialien inklusive konkreter Formulierungs- und Optimierungsvorschläge.
  • Enablement von Kommunikations- und Marketingteams – wir sensibilisieren relevanter Stakeholder und unterstützen beim Aufbau von internen Leitlinien und Prozessen für zukünftige Nachhaltigkeitskommunikation.
  • Optional: Rechtliche Begleitung durch Partnerkanzleien – auf Wunsch ergänzen wir die kommunikative Beratung um rechtliche Expertise.

Zum Schluss:
Unsere Trainings orientieren sich an der Realität von Führungskräften. Wir bringen Erfahrung aus Führungskräfte-Positionierung, Strategie und Krisenmanagement zusammen – und machen sie nutzbar für Ihren konkreten Alltag.

Interesse an einem Austausch über EmpCo und Ihr Kommunikationsrisiko? Dann freuen wir uns über eine Nachricht

Simon Philipps
Senior Consultant & Medientrainer